Briefe an Versicherungen
Die
folgenden Zitate stammen aus einer Sammlung der XXX-Versicherung, die zur Zeit
daraus Spots für eine Werbekampagne gestaltet. Dies sind alles amtsschriftliche
Äußerungen von Versicherungsnehmern!
Seit
der Trennung von meinem Mann wurde jeder notwendige Verkehr durch meinen
Rechtsanwalt erledigt.
Zwischenzeitlich
wurde der Gehgips am rechten Arm entfernt.
Ich
entfernte mich vom Straßenrand, warf einen Blick auf meine Schwiegermutter und
fuhr die Böschung hinunter.
Da
sprang der Verfolgte ins Wasser und tauchte trotz mehrmaliger Aufforderung nicht
mehr auf.
Außerdem
bin ich vor meinem ersten Unfall und nach meinem letzten unfallfrei gefahren.
Ein
Fußgänger kam plötzlich vom Bürgersteig und verschwand dann wortlos unter
meinem Wagen.
Ich
hab so viel Formulare ausfüllen müssen, dass es mir bald lieber wäre, mein
geliebter Mann wäre überhaupt nicht gestorben.
Es
hatte zwischenzeitlich an einigen Stellen geschneit. Die Fahrbahn war dadurch
auf einigen Straßen rutschig geworden. Ich wollte den Wagen abbremsen. Ich habe
gekämpft, wir ich nur konnte, aber es half nichts. Prallte gegen die Zaunmauer
und wurde unbewusst. Aus war es mit meiner Gesinnung.
Ich
überfuhr einen Mann. Er gab seine Schuld zu, da ihm dies schon einmal passiert
war.
Ich
bin ferner mit meinen Nerven am Ende und habe mit einer schweren Kastritis zu
tun.
Beim
Heimkommen fuhr ich versehentlich in eine falsche Grundstücksauffahrt und
rammte einen Baum, der bei mir dort nicht steht.
Wer
mir die Geldbörse gestohlen hat, kann ich nicht sagen, weil aus meiner
Verwandtschaft niemand in der Nähe war.
Ich
fuhr durch die Au. Plötzlich kamen von links und rechts mehrere Fahrzeuge. Ich
wusste nicht mehr wohin und dann krachte es vorne und hinten.
Sofort
nach dem Tod meines Mannes bin ich Witwe geworden.
Nach
Ansicht des Sachverständigen dürfte der Verlust zwischen 250.000 und einer
viertel Million liegen.
In
Ihrem Schreiben vom 26.06. über die neue Beitragsrechnung haben Sie mich
freundlicherweise zum Fräulein befördert, was im Zusammenhang mit meinem
Vornamen Heinz jedoch zu peinlichen Vermutungen Anlass gibt.
Ich
fuhr mit meinem Wagen gegen die Leitschiene, überschlug mich und prallte gegen
einen Baum. Dann verlor ich die Herrschaft über mein Auto.
An
der Kreuzung hatte ich einen unvorhergesehenen Anfall von Farbenblindheit.
Das
andere Auto kollidierte mit dem meinigen, ohne mir vorher seine Absicht
mitzuteilen.
Im
hohen Tempo näherte sich mir die Telegraphenstange. Ich schlug einen
Zickzackkurs ein, aber dennoch traf mich die Telegraphenstange am Kühler.
Schon
bevor ich ihn anfuhr, war ich davon überzeugt, dass dieser alte Mann nie die
andere Straßenseite erreichen würde.
Da
sich der Fußgänger nicht entscheiden konnte, nach welcher Seite er rennen
sollte, fuhr ich oben drüber.
Ein
unsichtbares Fahrzeug kam aus dem Nichts, stieß mit mir zusammen und verschwand
dann spurlos.
Nachdem
ich vierzig Jahre gefahren war, schlief ich am Lenkrad ein.
Ich
hatte den ganzen Tag Pflanzen eingekauft. Als ich die Kreuzung erreichte, wuchs
plötzlich ein Busch in mein Blickfeld und ich konnte das andere Fahrzeug nicht
mehr sehen.
Als
ich eine Fliege erschlagen wollte, erwischte ich den Telefonmast.
Ich
sah ein trauriges Gesicht langsam vorüberschweben, dann schlug der Herr auf dem
Dach meines Wagens auf.
Während
ich die Straße normal befuhr, überkam mich das Verlangen, mich zu erleichtern,
weswegen ich das Fahrzeug am Rand anhielt und in ein nahes Gebüsch begab.
Nachdem ich die Hosen heruntergelassen hatte kam der Gegner und gab’s mir von
hinten mit dem Kipper.
Die
Unfallzeugen sind beigeheftet.
Ich
musste ihn leider auf’s Korn, d.h. auf den Kühler nehmen. Dann fegte ich ihn
seitlich über die Windschutzscheibe ab.
Ihre
Argumente sind wirklich schwach. Für solche faulen Ausreden müssen sie sich
einen Dümmeren suchen, aber den werden sie kaum finden.
Das
Polizeiauto gab mir ein Signal zum Anhalten. Ich fand einen Brückenpfeiler.
Der
Fußgänger hatte anscheinend keine Ahnung, in welche Richtung er gehen sollte,
und so überfuhr ich ihn.
Heute
schreibe ich zum ersten und letzen Mal. Wenn Sie dann nicht antworten, schreibe
ich gleich wieder.
Mein
Sohn hat die Frau nicht umgerannt. Er ist einfach vorbei gerannt. Dabei ist Die
Frau durch den Luftzug umgefallen.
Einnahmen
aus der Viehhaltung haben wir keine. Mit dem Tod meines Mannes ging das letzte
Rindvieh vom Hof.
Als
ich auf die Bremse treten wollte, war diese nicht da.
Ich
bin vom Beruf Schweißer. Ihr Computer hat an der falschen Stelle gespart und
meinem Beruf das „w“ weggelassen.
Ich
brauche keine Lebensversicherung,. Ich möchte, dass alle richtig traurig sind,
wenn ich einmal sterbe.
Mein
Auto fuhr einfach geradeaus, was in einer Kurve allgemein zum Verlassen der Straße
führt.
Ich
fuhr rückwärts eine steile Straße hinunter, durchbrach eine Grundstücksmauer
und rammte einen Bungalow. Ich konnte mich einfach nicht mehr erinnern, wo das
Bremspedal angebracht ist.
Dann
brannte plötzlich der Weihnachtsbaum. Die Flammen griffen auf den Vorhang über.
Mein Mann konnte aber nicht löschen, weil er wie ein Verrückter nur die
Hausrats-Police suchte.
Unsere
Autos prallten genau in dem Augenblick zusammen, als sie sich begegneten.
Alle
Rechnungen, die ich erhalte, bezahlte ich niemals sofort, da mir dazu einfach
das Geld fehlt. Die Rechnungen werden vielmehr in eine große Trommel geschüttet,
aus der ich am Anfang jeden Monats drei Rechnungen mit verbundenen Augen
herausziehe. Diese Rechnungen bezahle ich dann sofort. Ich bitte Sie zu warten,
bis das große Los Sie getroffen hat.
Leider
ist mein Vater der Jagdleidenschaft Dritter zum Opfer gefallen. Man hielt ihn für
eine Wildsau und schoss ihn an.
Das
Pferd lief über die Fahrbahn, ohne sich vorschriftsmäßig zu vergewissern, ob
die Straße frei ist.
Um
den Zusammenstoß zu vermeiden, steuerte ich gegen den anderen Wagen.
Die
Polizisten, die den Unfall aufnahmen, bekamen von meiner Braut alles gezeigt,
was sie sehen wollten.
Das
Glas ist kaputt, ich schicke Ihnen hier einen Splitter von der Scheibe mit,
woran sie sehen können, dass sie hin ist, denn sonst wäre sie noch ganz
unbeschädigt.
Ich
bin schwerkrank gewesen und zweimal fast gestorben. Da können sie mir doch
wenigstens das halbe Sterbegeld auszahlen.
Da
ich mit meinem Mann nicht mehr zusammenlebe, bitte ich Sie höflichst, ihren
zuständigen Vertreter vorbeizuschicken.
Muss
ich erst meinen Mann umbringen, bevor ich das Geld bekommen?
Ich
war an dem Unfall nicht schuld. Schuld war die junge Frau im Minirock. Wenn Sie
ein Mann sind, ist jede weitere Erklärung überflüssig, wenn Sie aber eine
Frau sind, verstehen Sie es sowieso nicht.
Lass
und das Leben genießen, solange wir es nicht begreifen.
(Kurt
Tucholsky)
Man
könnte viele Beispiele für unsinnige Ausgaben nennen, aber keines ist
treffender als die Errichtung einer Friedhofsmauer. Die, die drinnen sind, können
sowieso nicht hinaus, und die, die draußen sind, wollen nicht hinein. (Mark
Twain, 1835-1910)
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