Die Deutsche SchützenZeitung präsentiert zusammen mit Schießsport Stelljes

Das Team der SG Emertsham

Jugendsportleiterin des Monats Februar.


Margit Gmaindl

Das riesige Engagement, die große Begeisterung für die Sache, für die eigene Idee war sprichwörtlich mit Händen zu greifen. Als die Bewerbungsunterlagen der Schützengesellschaft Emertsham aus Bayern in unserer Redaktion eingingen, hatte der Postbote ganz schön zu schleppen. Broschüren, Vereinszeitungen, ausführliche Begründungen, Fotos – alles fast im Überfluss, alles Ausdruck dieses Engagements. Ein Engagement, das sehr vielschichtig ist, ein Engagement, das zahlreiche Erfolge in der Nachwuchsarbeit nach sich gezogen hat, ein Engagement, das wir in diesem Monat belohnen möchten. Für unsere Jury gebührt dem Team der Schützengesellschaft Emertsham mit der gesamten Vorstandschaft und der seit 1997 aktiven Jugendsportleiterin Margit Gmaindl zweifelsfrei und verdient der Titel "Jugendsportleiterin des Monats Februar".

Das überragende Ergebnis der Bemühungen in Emertsham lautet: Innerhalb von nur acht Jahren, von 1993 bis zum Ende 2001, steigerten die Bayern die Mitgliederzahl ihrer Jugendabteilung von elf auf 54. Das ist eine Verbesserung um nahezu das Fünffache. Die Statistik des Erfolgs lässt sich fortsetzen: Statt vier Mitgliedern 1993 gibt es jetzt deren 40, die ehrenamtliche Dienste für den Verein leisten. Von drei Schießständen auf 8,5 Metern Länge wuchsen die Vereinsanlagen auf 20 Stände mit zehn Metern für LG und LP, vier Armbrust, acht Dreistellungs- und zwei Stände für die fünfschüssige Luftpistole. Statt zwei gibt es jetzt 19 Vereins-Luftgewehre, davon elf für die Jugend. Fünf Luftpistolen, eine fünfschüssige LP und zwei Armbrüste zählen ebenfalls zum stolzen Vereinsbesitz.

 

Diese enormen Steigerungsraten sind in erster Linie ein Ergebnis der exzellenten Jugendarbeit. Denn die Jugendlichen des gesamten Dorfes rund 90 Kilometer östlich von München erfreuen sich einer liebevollen Betreuung durch den Klub. Alle Jugendlichen zwischen zehn und 14 Jahren werden per Post zum Schnupperschießen eingeladen – die Ausnahmegenehmigung, dass Jugendliche schon ab zehn Jahren schießen dürfen, liegt dem Verein vor. Warum gleich Post an alle Jugendlichen? "Die Kids freuen sich ungemein, wenn sie selbst Briefe bekommen", meint der erste Schützenmeister Hans Daschiel, eine der treibenden Kräfte hinter der hervorragenden Jugendarbeit von Emertsham. Das persönliche Anschreiben an Maximilian, Ludwig oder Sandra, gleich mit Bild einer freundlichen, jugendlichen Betreuerin, überwindet schon im ersten Eindruck die Hemmschwelle bei der Kontaktaufnahme. Bei der vierstündigen Veranstaltung stehen Spiel und Spaß und das Kennenlernen der Betreuer im Vordergrund.

Groß wird das Thema "Integration der Jugendlichen in die Vereinsarbeit" geschrieben. Fünf Jugendliche sind bei den Sitzungen der Vorstandschaft dabei, schlagen vor und entscheiden wie die Erwachsenen. Sie dürfen und müssen die Ideen eigenverantwortlich umsetzen. Alle Jugendlichen schreiben ihre Meisterschaftsscheiben selbst, werten allein aus und tragen das Ergebnis selbst in den PC ein – mit besten Erfahrungen in punkto Ehrlichkeit. Bei der Beschaffung von Ausrüstung hilft der Verein, und alle Jugendlichen unter 18 Jahren bekommen beim Waffenkauf einen Zuschuss von 150 Euro.

Selbst aktiv sind die Jugendlichen auch bei der Öffentlichkeitsarbeit. An der Vereinshomepage

www.emertshamer.de

wirken sie ebenso eifrig mit wie an der monatlich erscheinenden, rund 40 Seiten dicken Vereinszeitschrift "Schützenblattl". Eine Jugendliche schreibt wöchentlich zudem Ergebnisberichte für die Lokalzeitung.

Der Schützenverein gilt bei den Jugendlichen des Dorfes nahe Tacherting, nördlich des Chiemsees gelegen, schon fast als Instutition. Weitere große Aktivitäten neben den 75 Schießtagen sind – ausschnittsweise – Dorfolympiade, Indianerzeltlager, Skiausflug, Trainingsstunden mit Weltmeisterin Sonja Pfeilschifter, zahlreiche Feste mit der notwendigen Vorbereitung und die tatkräftige Mithilfe bei Schießstanderweiterungen. Das Ergebnis liegt auf der Hand: Der Schützenverein hat bei den Kids im Dorf ein hervorragendes Image, die Kinder unterhalten sich in der Schule über das Schießen, und dementsprechend fiebern sie der Zeit nach ihrem zehnten Geburtstag entgegen, wenn sie das erste Mal Post vom Verein bekommen und zum Schnupperschießen eingeladen werden.