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SCHIESS-TECHNIK

Eine ausgewogene Balance sorgt für ruhiges Halten und ordentliche Wettkampfleistungen. Immer wieder fragen Schützen, wie man schlechten Wettkampfergebnissen durch psychisches Training begegnen könne. Sobald das Schießen selbst dann einer praktischen Analyse unterzogen wird, treten meist erhebliche technische Mängel zu Tage. Nicht die Nerven sind in der Regel Schuld an Abstürzen bei der Meisterschaft sondern schlicht grobe Fehler im Anschlag, beim Zielen oder beim Nachhalten. Bevor Psyche, Ernährung oder spezielle Kondition problematisiert werden, sollte die Schiesstechnik auf einen vernünftigen Standart gebracht werden. Mit den Worten eines Kollegen: Im Mittelpunkt des Training steht immer noch das Gewehr!

Stehendanschlag:

Die Balance

Der menschliche Körper befindet sich stehend in einer ziemlich empfindlichen Haltung. Die relativ kleine Grundfläche der Füße soll die ganze Höhe des Anschlages balancieren und das mit möglichst geringen Schwankungen. Um diesen Anspruch zu erfüllen ist es äußerst hilfreich, die Position in Balance zu bringen: das Köpergewicht mit der Waffe sollte je zur Hälfte auf dem Vorderfuß (Ballen und Zehen) und auf der Verse lasten. So ausgewogen, verteilt sich der Druck gleichmäßig. Es sind keine Anstrengungen mehr nötig, die Grundhaltung zu stabilisieren. Geringe Wechselspannungen genügen, um den Anschlag ‘auszupendeln’. Testmöglichkeiten Ob Deine Balance stimmt, spürst Du am besten über das Druckgefühl an Deinen Füßen. Wenn Du die Augen schließt und Dich auf die Verteilung konzentrierst, solltest Du auf vorne und hinten möglichst gleiche Schwerkräfte fühlen. Dieser Test sollte vor jedem Schuss sorgfältig ausgeführt werden. Bei Bedarf korrigierst Du in groben Fällen die Fußstellung, bei leichten Abweichungen den Ansatzpunkt des linken Ellbogens. Grobe Balancefehler, meist deutliche Überbelastungen der Zehen, erkennt der Trainer mit bloßem Auge. Der Schütze kann vor einem Spiegel (Trockentraining) das gleiche Bild studieren. Bei dieser Gelegenheit lassen sich Gefühl und Bildeindruck harmonisieren. Am Serienbild über jeweils 10 Schuss erkennt man Balance-Mängel an seitlichen Ausreißern und an einer überwiegenden Verteilung der Treffer auf der Horizontalen. Um dies zu überprüfen, solltest Du Deine Schüsse in Training und Wettkampf regelmäßig in Protokolle eintragen. Solange die Seitenabweichungen um mehr als 20% über den Höhenvarianzen liegen, dürfte Deine Balance verbesserungsfähig sein.

Balance und Nerven

Wer im Wettkampf viele Ringe gegenüber seinem Trainingsschnitt verliert, ist häufig ein Opfer der Balance. Beim Üben kann man Fehler im Gleichgewicht nämlich noch ganz gut mit Kraft ausgleichen. Im Match sind es aber gerade diese Muskelspannungen, die sich bei Aufregung nicht mehr exakt dosieren lassen. Du schwankst mehr, beim Auslösen fällt Dein Anschlag regelrecht nach vorn. Das ergibt Ausreißer oder bei besseren Schützen jede Menge Neuner knapp daneben. Bevor die in diesem Falle an Deiner psychischen Stabilität zweifelst, solltest du Deine Balance perfektionieren.

...und nachhalten

Das sicherste Zeichen für ausreichende Balance während des Schusses ist das Nachzielen. Gewöhne Dich daran, Dein Gewehr nach dem Auslösen noch eine Sekunde auf dem Ziel zu belassen und überprüfe das Zielbild, so als ob Du einen zweiten Schuss auslösen wolltest. Wenn die Balance in Ordnung war, sollte das Korn weiterhin im Mittelpunkt stehen. Stehendschützen von Format erkennt man genau an diesem Detail.

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